Überlebensmodus und wie es unsere Tiere betrifft.

Der Überlebensmodus betrifft nicht nur uns Menschen. Auch Tiere können in diesen Zustand geraten. Erfahre, was dabei im Nervensystem passiert und wie ihr gemeinsam wieder mehr Ruhe findet.
Autorin
Magdalena Schorn
Veröffentlicht
July 20, 2026
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Wenn Du im Überlebensmodus steckst, steckt dein Tier mit drin

Kennst Du das? Du merkst am Nachmittag: Du hast seit dem Aufstehen nichts getrunken. Du warst seit Stunden nicht auf der Toilette. Dabei hat dein Körper das längst gesagt. Abends fragst Du dich, ob Du mittags Hunger hattest. Du weißt es nicht mehr. Du hast es einfach überhört. Du rennst wie verrückt durch den Tag und siehst gerade keinen Ausweg? Fühlst Du dich hilflos, obwohl von außen alles unter Kontrolle wirkt? Termin für Termin. Aufgabe für Aufgabe. Bis Du irgendwann merkst: Du hast Dich den ganzen Tag über kein einziges Mal gespürt.

Und jetzt die Frage, die mich seit Jahren beschäftigt: Hast Du das auch schon mal bei deinem Tier beobachtet? Ständige Anspannung, kein Durchatmen, kein ruhiges Leben, sondern immer auf halb acht? Liegt dein Hund wirklich entspannt neben Dir? Oder ist er die ganze Zeit auf Empfang, immer bereit zu reagieren, nie wirklich abgeschaltet? Selbes gilt für die Großtiere: Gibt es Entspannung oder ist ständig Stress in der Herde? Wie läuft euer Training? Ruhig, gezielt oder eher nervös mit viel Spannung?

Das ist der Überlebensmodus. Und das Wichtigste vorweg: Das kann jedem passieren. Wirklich jedem, egal wie stabil oder erfahren jemand ist. Und er betrifft nicht nur uns Menschen. Es beginnt langsam und man gewöhnt sich immer mehr an die Situation und man findet irgendwann keinen Ausweg. In der Praxis fällt es mir seit ein paar Jahren immer mehr auf. Keiner hat Zeit, ist immer unter Strom und keine Zeit fürs Training.

Meine eigene Geschichte damit

Ich kenne das von innen, nicht nur aus der Theorie und Praxis. Ich bin selbstständig und helfe bei meinem Mann in seiner Praxis organisatorisch mit. Dann haben wir zwei zuckersüße Hunde, die regelmäßig mit uns Zeit verbringen möchten. Und dann ist da ja noch unser ganz normales Leben.

Es kamen die Jahre 2023 und 2024. Mein Vater ist gestorben. Dazu drei weitere Menschen, die mir sehr wichtig waren. Kurz gesagt: Es hat mich in meine Einzelteile zerlegt. Die Trauerwelle überrollte mich und ich habe es viel zu spät bemerkt. Der Alltag ließ mir nicht viel Zeit zum Realisieren. Ich wusste nicht mehr wer ich bin. Ich habe geatmet. Ich habe zu viel und zu lange gearbeitet. Mehr gab es nicht mehr. Es hat sich eingeschlichen. Und Stück für Stück ging es tiefer rein. Meine alten Muster von früher kamen langsam wieder zurück und ich bemerkte viel zu spät, was eigentlich los war. Danke an dieser Stelle an Alle, die mich in dieser Zeit motiviert und unterstützt haben, egal auf welchem Weg.

Warum ich solche Infos teile? Ivo (einer unserer Hunde) hat mir deutlich gezeigt, dass etwas gehörig nicht stimmte. Ivo ist jung, sturköpfig, überhaupt kein „will to please“, eine echte Rampensau vor dem Herrn. Keine Spielaufforderung von ihm, keine 5 Minuten, kein typisches Wälzen, das Training lief mehr als bescheiden und kein echter Kontakt. Nur noch den Ton halten. Dazu kamen körperliche Symptome: Ständiger Platzwechsel, regelmäßige Morgenübelkeit, Leckanfälle und Stimmungsschwankungen. Klar kann ich nicht belegen, dass es in Zusammenhang steht. Allerdings sind von diesen Symptomen 95% weg. Dann kam der Moment, in dem ich gemerkt habe, wie sehr ich meinen eigenen Stress an ihn weitergebe. Das hat richtig wehgetan. Nicht weil ich ein schlechter Mensch bin.

Sondern weil ich zu diesem Zeitpunkt selbst nicht mehr anders konnte. Und unser Rudel hat das leider komplett kompensiert. Als Therapeut setzt man sich zwangsläufig mit Achtsamkeit und Bewusstheit auseinander. Anfangs habe ich es auf die leichte Schulter genommen und belächelt. Mittlerweile nach neun Jahren therapeutischer Arbeit, verstehe ich, wie immens wichtig diese zwei Punkte sind. Krankheiten entstehen viel früher, als es einem bewusst ist. Keiner ist fehlerfrei, egal welche Ausbildung und Erfahrungsschatz man hat.

Wie tief das ging, merkst Du vielleicht daran: Ich habe in manchen Momenten wirklich vergessen zu atmen. Meine Sprache wurde noch schneller, als sie sowieso schon ist, völlig genervt von den kleinsten Dingen und es war kein Nervenkostüm mehr da. Ich bin von einer Aufgabe zur nächsten gehetzt. Ich habe meine Hobbys vergessen. Ich habe meine Freunde vergessen. Ich habe vergessen, was mich eigentlich ausmacht. Ich bin unzuverlässig geworden, weil einfach nichts mehr Platz hatte. Es war das pure Chaos. In diesem Alltag müssen unsere Tiere mit leben. Dementsprechend bekommen sie das Chaos mit, durch unsere Körpersprache, wie wir handeln, riechen unseren Stress über die Hormone, passen sich an und sind am Ende meist selbst gestresst. Kurzer Stress kann man verkraften und gehört auch mal dazu. Wenn dieser Stress sich aber Wochen, Monate und Jahre zieht, wird es meist zur Krankheit.

Seit Ende 2025 habe ich meinen inneren Frieden wiedergefunden. Der Unterschied zu heute? Ich habe heute klare Regeln für mich. Es wird aufgearbeitet, ich weiß wann ich Gas geben kann und wann ich es lieber lasse. Das ist auch der Grund warum manchmal kein oder später Content von mir kommt. Oder warum meine Antworten manchmal etwas länger dauern. Morgens und abends nehme ich mir zehn Minuten für einen Körper-Check. Ich spüre bewusst durch: Ist gerade alles okay? Braucht mein Körper Ruhe? Braucht er etwas anderes? Ich merke inzwischen viel klarer, wo ich noch trainieren muss, wo ich lernen muss zu entspannen, und wo ich einfach lernen muss, richtig zu zuhören. Man lernt seinen eigenen Körper und seine eigene Psyche dadurch noch mal auf einer ganz anderen Ebene kennen.

Das Alles kann man im Übrigen auch super mit seinen Tieren machen: Einfach mal morgens achtsame 10 Minuten mit dem Tier verbringen. Kein Handy, keine Erreichbarkeit und Ablenkung. Einfach präsent Zeit zusammen teilen. Wie ist die Atmung, wie war das Aufstehen, ist heute eher gute Laune da oder eher Morgenmuffel Stimmung. Ja, Tiere kommunizieren anders, allerdings hört man diesen Weg nur, wenn man selbst ruhig ist und zuhört. Und Ivo? Ja das seht ihr regelmäßig auf Social Media =) Er rennt wieder, ist glücklich, hört zu und freut sich seines Lebens.

Und es ist wirklich keine Schwäche, sich dabei Hilfe zu holen. Ein Psychologe, ein Therapeut, ein Berater, oder einfach jemand, mit dem man offen reden kann. Der einen nicht verurteilt, beurteilt und einfach mal reden lässt. Unser Gehirn versucht häufig, Gewohntes aufrechtzuerhalten. Veränderungen können zunächst Unsicherheit auslösen. Deshalb bemerken viele Menschen erst spät, wie sehr sie eigentlich belastet sind. Und genau darüber will ich hier schreiben.

Was im Körper eigentlich passiert

Wenn Körper und Nervensystem eine Situation als bedrohlich einstufen, egal ob durch Verluste, Dauerbelastung oder einfach zu viel auf einmal, schaltet sich ein sehr altes Programm ein. Das Nervensystem entscheidet dann zwischen: Kampf (Fight), Flucht (Flight), Erstarren (Freeze) und neu dazugekommen Anpassen (Fawn). Manche Fachleute reden noch vom Shutdown (Collapse). Beim Menschen ist das gut untersucht. Auch bei Hund, Katze und Pferd lässt sich unter kontrollierten Bedingungen das messen, über Stresshormone wie Cortisol und über die Aktivierung des sympathischen Nervensystems. Hält dieser Zustand zu lange an, hat das Folgen für den ganzen Körper. Bei uns wie bei unseren Tieren.

Das Phänomen der erlernten Hilflosigkeit wurde ursprünglich beim Menschen und in der Verhaltensforschung beschrieben und wird inzwischen auch bei Pferden intensiv untersucht. Ein Pferd, das immer wieder erlebt hat, dass es einer belastenden Situation nicht entkommen kann, gibt irgendwann auf zu reagieren. Es wirkt ruhig, fast brav. Innerlich ist psychisch alles abgeschaltet. Das wird leider oft mit einem entspannten Tier verwechselt. Genau das erlebe ich Tag für Tag in meiner Praxis. Nicht nur bei Pferden. Auch Hunde und Katzen können in diesem Zustand feststecken, ganz ohne, dass ihre Menschen es merken.

Ich hatte kürzlich einen Hund in Behandlung, der genau das gezeigt hat. Er lag brav auf seiner Decke, ließ alles mit sich machen, kein Knurren, kein Zurückweichen. Auf den ersten Blick ein Traumpatient. Auf den zweiten Blick habe ich gemerkt: Der Blick war leer, der Körper stocksteif, keine einzige Reaktion, nicht mal auf Berührung an einer schmerzhaften Stelle. Das war kein entspannter Hund. Das war ein Hund, der sich komplett abgeschaltet hatte, weil er gelernt hatte, dass Widerstand ohnehin nichts bringt.

Raubtier und Beutetier ticken anders

Wichtig ist mir hier auch: Hund und Katze sind kleine Raubtiere. Sie haben ein anderes Nervensystem als ein Pferd, das als Fluchttier gebaut ist. Ein Pferd hat viel früher und viel körperlicher eine Alarmreaktion, weil sein ganzes System auf Weglaufen ausgelegt ist. Ein Hund kann eher noch kurz abwägen, ob er reagiert. Du kannst also nicht eins zu eins auf dein Tier übertragen, was bei Dir selbst hilft. Jedes Nervensystem braucht sein eigenes Programm, um wieder runterzukommen.

Wir stecken uns gegenseitig an

Es gibt inzwischen Studien dazu. Sie zeigen: Stresshormone von Mensch und Hund gleichen sich über Monate hinweg an. Auch bei Pferd und Mensch wurden Kopplungen von Herzfrequenz nachgewiesen. Dein Zustand ist also nicht nur gefühlt ansteckend für dein Tier, sondern messbar. Bist Du chronisch angespannt, trägt dein Tier das mit. Das ist keine Schuldzuweisung. Dafür gibt es inzwischen verschiedene biologische Erklärungsansätze. Genau das war bei mir und Ivo passiert. Ich musste nicht erst eine Studie lesen, um es zu spüren, aber es hat mir gut getan zu wissen: Das bilde ich mir nicht ein. Und genau deshalb lohnt es sich, bei Dir selbst anzufangen. Natürlich können ähnliche Symptome auch durch körperliche Erkrankungen entstehen. Deshalb ersetzt dieser Artikel keine medizinische oder tierärztliche Abklärung.

Funktionieren ist nicht dasselbe wie Leben

Das ist im Rückblick mein wichtigster Punkt überhaupt. Es macht einen riesigen Unterschied, ob Du funktionierst oder ob Du wirklich lebst. Funktionieren heißt: Du erledigst alles, was ansteht. Du kommst deinen Terminen nach. Du versorgst dein Tier. Du hältst den Laden am Laufen. Von außen sieht das oft völlig normal aus, manchmal sogar besonders tüchtig. Aber innerlich ist da kein Funke mehr. Kein Lachen, das Dich wirklich erreicht. Kein Moment mit deinem Hund oder Pferd, den Du bewusst spürst. Nur der nächste Punkt auf der Liste.

Was mir dabei auch aufgefallen ist: Selbst die schönen Dinge können zur Flucht werden. Ein Wochenende voller Ausflüge. Ständige Ablenkung durch neue Reize. Ununterbrochene Aktivität. Das kann sich anfühlen wie Leben, ist aber manchmal genau das Gegenteil. Es ist Verdrängung in einem hübscheren Gewand. Du bewegst dich, du bist beschäftigt, aber Du kommst trotzdem nie bei Dir selbst an. Man flüchtet vor Ruhe und Stillstand, denn in dieser Zeit bemerkt man meist das Gedankenkarussell. Auch das ist eine Form von Überlebensmodus. Nur eine, die niemand als Warnsignal erkennt, weil sie so gut aussieht.

Der Unterschied zeigt sich meistens erst in der Stille. Musst Du für einen Moment nichts tun und merkst, Du weißt gar nicht mehr, wie sich Ruhe eigentlich anfühlt, oder Du hältst sie kaum aus? Dann lohnt sich genau da ein ehrlicher Blick. Nicht als Vorwurf an Dich selbst. Sondern als Einladung, wieder hinzuspüren.

Regeneration lässt sich nicht abkürzen

Was ich in dieser Zeit auch gelernt habe: Körper und Psyche haben eine biologisch vorgegebene Zeit, die sie zur Erholung brauchen. Mit guten Techniken, mit Atemübungen, mit Körperarbeit können wir diese Zeit ein Stück weit unterstützen und angenehmer gestalten. Aber die Ursprungszeit, die ein Nervensystem für echte Erholung braucht, verkürzt sich dadurch nicht grundlegend.

Und genau hier entsteht unser modernes Problem. Wir erwarten von unserem Körper und Seele, dass sie sich in der Geschwindigkeit erholen, in der wir arbeiten wollen. Ein Wochenende soll reichen. Ein kurzer Urlaub soll reichen. Tut er das nicht, empfinden wir das als eigenes Versagen. Dabei ist es schlicht Biologie. Respektieren wir diese Zeit nicht, geraten wir in genau den Struggle, den so viele kennen. Immer weiterarbeiten. Immer weitermachen. Und dabei den eigenen Körper immer weniger wahrnehmen, bis er sich irgendwann mit voller Wucht meldet.

Fünf Techniken, mit denen Du sofort runterkommen kannst

Diese fünf Dinge nutze ich selbst, wenn ich merke, dass ich wieder zu weit weg von mir bin.

1. Das Spiel zwischen Kiefer und Zunge: Beobachte, wo deine Zunge gerade liegt. Bei Stress zieht sie sich oft nach oben an den Gaumen. Lass sie bewusst nach unten sinken, auf den Unterkiefer. Spiel kurz mit deinem Unterkiefer. Beweg ihn ein bisschen hin und her. Hängt er entspannt, oder hältst Du ihn die ganze Zeit angespannt, oft ohne es zu merken? Ein lockerer Kiefer ist ein direktes Signal an dein Nervensystem: Gerade ist keine Gefahr.

 

2. Fels in der Brandung: Kennst Du einen richtigen Fels? Der lässt sich nicht so schnell bewegen und bleibt fest auf seinem Punkt. Die Wolken ziehen einfach so an ihm vorbei. Genauso darf man auch mal mit seinen Gedanken umgehen. Einfach mal ziehen lassen. Beobachten, dass sie da sind und dann weiterziehen lassen. Es gibt auch andere Beispiele, wie ein Sieb durch das alles durchrinnt oder wie Wellen am Strand. Sehen und weiterlaufen lassen, ohne sie festzuhalten.

3. Schultern und Becken lockern. Das sind die zwei großen Dreh- und Angelpunkte im Körper. Lass die Schultern bewusst sinken, weg von den Ohren. Löse das Becken, lass es leicht schwingen, statt es festzuhalten. Bleiben Nacken und Becken verspannt, wird der Rest auch nicht wirklich locker.

 

4. Ein Körper-Check: Nimm Dir danach fünf bis zehn Minuten und scanne deinen Körper bewusst durch. Spürst Du deine Arme, deinen Rücken, deine Füße? Oder merkst Du, Du kannst dich gerade kaum spüren, weil Du so tief im Stress Modus steckst? Warst Du heute schon auf Toilette? Hast Du getrunken? Hattest Du Hunger, und hast Du das überhaupt wahrgenommen? Diese einfachen Fragen sind erstaunlich zuverlässige Marker dafür, wie weit Du gerade von Dir selbst entfernt bist.

 

5. Bewusst in den Bauch atmen: Atme einmal tief durch, nicht nur in die Brust, sondern spürbar in den Bauch, sodass sich dein ganzer Oberkörper hebt und senkt. So bewusst, dass man deutlich spürt, wie die Luft in die Lunge einströmt und sie wieder verlässt. Bewusstes Atmen ist das Stichwort.

Das Schöne daran: Diese Marker lassen sich eins zu eins auf deinen Hund oder dein Pferd übertragen. Ist dein Hund wirklich so ruhig, dass er sich selbst spürt und wahrnimmt? Kann er sich einfach mal ausdrücken, in Ruhe schnüffeln, ohne ständig auf Empfang zu sein? Oder ist er dauernd nervös, immer bereit, irgendetwas zu tun? Bei Pferden ist es genau dasselbe in Grün. Grast dein Pferd wirklich entspannt, oder ist der Kopf ständig oben, die Ohren ständig unterwegs?

Was mir noch wichtig ist

Das Leben ist stressig. Das darf passieren und das ist menschlich. Aber Körper und Seele haben ihr eigenes Tempo. Und das passt oft überhaupt nicht zu der Geschwindigkeit, in der wir heute leben. Deshalb brauchen wir und unsere Tiere immer wieder die Möglichkeit, das Nervensystem bewusst runterzufahren. Und das sieht bei jedem anders aus. Das eine Nervensystem will Bewegung zum Regulieren. Das andere System Ruhe. Bei mir ist es klassische Musik hören, manchmal einfach durch die Küche tanzen, alles was mit Wasser zu tun hat, schwimmen gehen oder einfach am Fluss sitzen, ein Spaziergang in der Natur, oder Zeit mit meinem Mann, ganz ohne Programm.

Ich möchte hier unbedingt noch etwas sagen, weil es kaum jemand ausspricht: Es kann sein, dass Du im Überlebensmodus so erschöpft bist, dass Du gerade keine Lust mehr auf dein eigenes Tier und deine Menschen um Dich herum hast. Das ist keine Charakterschwäche! Das macht Dich nicht zu einem schlechten Tierhalter/in. Das ist ein Zeichen: Dein System hat gerade nichts mehr übrig und kann es schlicht nicht mehr leisten.

Was ich mir für Dich und für dein Tier wünsche, ist eigentlich ganz einfach: Nehmt Euch oft genug eine Pause, wirklich beide. Ihr könnt trotzdem zusammen trainieren und zusammenarbeiten, das schließt sich nicht aus. Aber macht Euch bewusst, wo diese ganzen Stressoren für Euch herkommen: Aus diesem hetzigen Alltag, aus diesem Nur-noch-Funktionieren, aus diesem Wir-müssen-nur-noch-rennen. Nehmt euch hin und wieder ganz bewusst die Zeit, aktiv runterzufahren. Und tut wirklich das, was Euch beiden guttut. Frag dich immer wieder ganz ehrlich: Wo stehe ich gerade? Diese eine Frage, verbunden mit einer der fünf Techniken oben, plus Alltagsmanagment kann schon reichen, um aus dem Autopiloten rauszukommen. Für Dich und für dein Tier.